"Drehort Harz": Erfolgreicher Start einer gemeinsamen Initiative

Länderübergreifendes Projekt von Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt

Montag, 15. Februar 2016 by KWST

Mit dem gemeinsamen Projekt "Drehort Harz" wollen die Länder Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt das Potenzial der Filmregion länderübergreifend herausstellen. Ein Vorteil der Region: Im Harz lassen sich in Nähe der Metropolen eine faszinierende Natur und außergewöhnliche Bauten für Filmvorhaben verschiedener Genres entdecken.

Am Rande der Berlinale, bei dem Branchentreffen „nordmedia talk & night“, stellten die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am vorigen Freitag ihre neue gemeinsame Initiative „Drehort Harz“ vor. Dr. Jörg Mielke, Staatssekretär, Chef der Staatskanzlei des Landes Niedersachsen, Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Staatsminister für Europa und Medienangelegenheiten des Landes Sachsen-Anhalt und Malte Krückels, Staatssekretär für Medien und Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund sind als Vertreter der drei Harz-Anrainerländer zu der Überzeugung gelangt, dass die Harzregion, in der bereits viele TV- und Kinoprojekte gedreht wurden, als Filmdrehort gezielt weiter entwickelt werden sollte.

„Auf circa 4.000 Quadratkilometern bietet die Harz-Region eine einzigartige Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen. Zu den spektakulärsten Motiven gehören die ursprünglichen Landschaften mit Bergwäldern, steilwandigen Tälern, Wiesen und Mooren. Die dortigen Höhlen, Stollen und  Schachtanlagen zeugen von einer über 3000-jährigen Bergbautradition. Industriedenkmäler, bedeutende Sakralbauten und Fachwerkensembles, die als Kulturstätten von Weltrang anerkannt sind, sowie Schlösser und Burgen verleihen der Region einen besonderen architektonischen Reiz und inspirierten bereits zahlreiche Filmteams“, erläuterten die drei Politiker.

So entstanden hier viele historische Filme wie etwa „Die Päpstin“ oder „Der Medicus“, die im Mittelalter spielen, „Frantz“, eine Geschichte aus dem 1. Weltkrieg, Verfilmungen der in den 1930er- und 1940er-Jahren angesiedelten Stoffe „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“, „Unsere Mütter, unsere Väter“ und „Speer und Er“ oder das auf wahren Ereignissen basierende Bergwerksdrama „Das Wunder von Lengede“.

Aber auch TV-Krimis wie „Harter Brocken“ oder „2 für alle Fälle – Manche mögen Mord“, die Komödien „1 ½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“ oder „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“ und einige Familienfilme, zum Beispiel „Till Eulenspiegel“, „Das kleine Gespenst“, „Tom Sawyer“ oder die Pop-Märchen „Bibi & Tina“ wurden hier gedreht.

Die Liste der Filme, für die der Harz die geeigneten Drehbedingungen bot, ließe sich fortsetzen, sogar für das Remake des eigentlich in den Schweizer Alpen und im historischen Frankfurt am Main verorteten Kinderbuchklassikers „Heidi“ wurden passende Locations im Harz gefunden. Die Produktion von Kino- und Fernsehfilmen ist für die drei Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von zunehmender kulturwirtschaftlicher Bedeutung. „Jeder Film trägt unabhängig von dem Budget Bilder der Drehorte in die Welt hinaus und fördert erfolgreich die Entwicklung der Film- und Medienbranchen in den Ländern“, betonten die Ländervertreter. Davon profitieren vor allem Städte und Gemeinden sowie die Menschen vor Ort, bei denen Waren und Dienstleistungen nachgefragt werden oder die künftig filmtouristische Sehenswürdigkeiten bewerben können.

Die frisch ins Leben gerufene Initiative „Drehort Harz“ war auch der Aufmacher des nordmedia talks. Talkgäste waren Klaus Zeh, Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen, Peter Gaffert, Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode, Helena Galanakis, Geschäftsführerin Goslar Marketing GmbH, Benno Pastewka, Locationscout u.a. für George Clooneys „Monuments Men“ sowie Patrick Vollrath, der im Harz geboren und aufgewachsen ist, jüngst den Studenten- Oscar mit seinem Film „Alles wird gut“ gewann und in diesem Jahr Deutschlands Hoffnung auf den Academy Award (Oscar) in der Kategorie „Live Action Kurzfilm“ ist, der am 28. Februar in Los Angeles vergeben wird.

An der Veranstaltung in Berlin nahmen auch zahlreiche Vertreter von Kommunen der Harzregion teil, die in die Initiative eingebunden wurden und sich Dreharbeiten gegenüber sehr aufgeschlossen zeigen.

Die Fördereinrichtungen der Länder, die nordmedia - Film- und Mediengesellschaft mit Sitz in Hannover und die Mitteldeutsche Medienförderung mit Sitz in Leipzig, sind damit betraut, die Initiative „Drehort Harz“ fachlich und mit ihren diversen Förderinstrumenten insbesondere auch durch Beratungsleistungen ihrer Film Commissions zu begleiten und zu befördern.

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