„Sachsen-Anhalt ist echt famoos.“

Begeisterung. Tatkraft. Eine Portion Idealismus. Das sind die Zutaten für das Gründen von kleinen Unternehmungen, die mehr sein wollen als die Chance auf das große Geld. Es geht darum, das Leben in der direkten Umgebung zu verbessern – heute, morgen und vor allem auch übermorgen. Nachhaltigkeit heißt das Stichwort. Dafür steht „Moosaik“, ein kleines Unternehmen aus Magdeburg, das Maren Huhle gemeinsam mit Marco Zierau, vor etwa mehr als einem Jahr gegründet hat. Die Idee: Mit moosgefüllten Fassadenpanelen, die an Außenwänden von Gebäuden befestigt werden, sollen auf ganz natürlichem Weg Schadstoffe aus der Luft gefiltert und das Leben in einer Stadt lebenswerter, gesünder gemacht werden.

„Ich engagiere mich seit einigen Jahren in sozialen Projekten und beschäftige mit Umweltfragen“, erinnert sich die Kommunikationswissenschaftlerin Eine Dokumentation im Fernsehen über Moos als ‚Luftfilter‘ war für mich der entscheidende Auslöser.“ Die zeigte ihr, dass Moose alles andere als langweilige grüne Polster sind. „Sie leisten einfach Unglaubliches“, sagt die Magdeburgerin. „Sie filtern Staub, speichern Wasser und dienen als natürliche Klimaanlage.“

Mit ihrem Kommilitonen Marco Zierau, überlegte sie, ob sich daraus etwas Nachhaltiges machen lässt. Im Jahr 2018 reifte das Ziel, zunächst in Magdeburg eine Testphase mit Prototypen durchzuführen. In einem nächsten Schritt sollten mit einem serienreifen und vermarktbarem Produkt weitere Städte platzsparend begrünt werden.

Beim Transfer- und Gründerzentrum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erhielten die Studenten viel Unterstützung. „Vor allem Andreas Voigt von der Fakultät System- und Verfahrenstechnik förderte unsere Idee t, etwa mit wichtigen Kontakten“, berichtet Maren Huhle. Die erwiesen sich gerade am Anfang als sehr wichtig. Räumlichkeiten, Materialien – all das wollte organisiert und beschafft werden. Das Duo fand ein Domizil in der „Experimentellen Fabrik“, einem öffentlich geförderten Projekt in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Dort gab es alles, was den Anfang für Start-ups normalerweise so teuer macht. „Es war für uns wichtig, dass wir unsere Idee entwickeln, ausprobieren und weiter verbessern konnten“, sagt Maren Huhle.

Aus dieser Idee gründeten Huhle und Zierau im Mai 2021 ihr Unternehmen „Moosaik“. Für ihre Gründungsidee wurden sie 2021 mit dem ersten Preis beim Landeswettbewerb BESTFORM /// MEHR /// WERT /// AWARD für kreative Ideen ausgezeichnet. „Das war für uns eine große Ehre“, erzählt die Gründerin. „Unsere Idee wurde auf diese Weise bekannter, mögliche Kooperationspartner wurden auf uns aufmerksam, und das Preisgeld half uns dabei, unser Projekt voranzutreiben.“ Für die nächste Runde, die im September dieses Jahres startet, sind die Jung-Unternehmer mit ihren Gesichtern auf Anzeigen und Plakaten als Botschafterin und Botschafter des Kreativ-Awards zu sehen.

Mit „Moosaik“ haben sie aktuell im Health & IT Campus, der einen großen Gebäudekomplex umfasst, ein neues Domizil gefunden. Neben dem Platz hat der Sitz einen weiteren Vorteil: Die Kreativen können sich jederzeit mit anderen Gründern austauschen.

Inzwischen steht der Prototyp 2.0 der Moos-Panele. Im nächsten Schritt sollen die Panele gemeinsam mit Investionspartnerinnen und -partnern zur Serienreife gebracht werden. Dass der Standort weiter Magdeburg bleibt, ist für die Unternehmerin keine Frage. „Ich bin hier fest verwurzelt, fühle mich mit Partner und Hund Chewie sehr wohl“, sagt Maren Huhle. „Die Bedingungen für unser Unternehmen sind optimal, als Gründer erleben wir hier ein unterstützendes Umfeld – sowohl durch die Stadt als auch das Land. Sachsen-Anhalt ist eben echt famoos.“

 

Foto: Moosaik