Monitoringbericht für die deutsche Kultur- und Kreativwirtschaft 2020

Positive Entwicklung der Branche in 2019 wird durch Corona-Krise ausgebremst

 

Im Rahmen der Kreativwirtschafts-Konferenz „European Creative Industries Summit“ wurde der neue deutsche Monitoringbericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft 2020 vorgestellt. Der Bericht, der das Jahr 2019 auswertet, zeigt mit einem Gesamtumsatz von 174,1 Milliarden Euro, einer Bruttowertschöpfung von 106 Milliarden Euro und einer Gesamtbeschäftigung von rund 1,8 Millionen Personen eine positive Entwicklung der Branche auf. Zugleich wird aber bereits darauf hingewiesen, dass für das Corona-Jahr 2020 mit starken Einbrüchen im Branchenwachstum zu rechnen ist. 

Einige ausgewählte Kennzahlen und Ergebnisse der Studie möchten wir an dieser Stelle kurz vorstellen.

Wirtschaftliche Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2019

 

Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland hat 2019 einen Gesamtumsatz von 174,1 Mrd. Euro erwirtschaftet. Davon entfallen 50,2 Mrd. Euro auf den Teilmarkt Software/Games, 30 Mrd. Euro auf den Pressemarkt, 29,6 Mrd. Euro auf den Werbemarkt und 20,9 Mrd. Euro in die Sparte Design. Der Restbetrag verteilt sich auf die anderen Teilmärkte der Branche. Die Bruttowertschöpfung, also die Kennzahl für den im Produktions- oder Leistungserstellungsprozess geschaffenen Mehrwert, beläuft sich auf 106,4 Mrd. Euro. Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland hat damit einen Anteil von 3,1 Prozent am Bruttoinlandsprodukt.

 

Etwa 1,8 Mio. Menschen sind in der hiesigen Kultur- und Kreativwirtschaft tätig. Die Mehrheit der Beschäftigten (53 Prozent) waren sozialversicherungspflichtig. 14 Prozent arbeiteten als Freiberufler*innen und Selbstständige. Je 16 Prozent waren geringfügig bzw. als Mini-Selbständige beschäftigt.

Die meisten Unternehmen finden sich in der Designwirtschaft wieder. Es folgen der Markt für Software/Games und die Architekturbranche.

 

Auswirkungen der Corona-Krise auf die Kultur- und Kreativwirtschaft 2020

 

Der Monitoringbericht wagt auch einen Ausblick auf die Entwicklung des Gesamtumsatzes für das Krisenjahr 2020. Der positive Trend einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 2,6 Prozent seit 2009 – der Gesamtumsatz ist innerhalb von zehn Jahren um 40 Mrd. Euro gestiegen – wird sich aufgrund der Pandemie und der damit einhergehenden Maßnahmen nicht fortsetzen. Eine Szenario-Analyse vom Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, die für den Monitoringbericht herangezogen wurde, rechnet mit deutlichen Umsatzverlusten. Dabei werden die verschiedenen Teilmärkte der Branche unterschiedlich betroffen sein: Mit den stärksten Umsatzeinbrüchen müssen die Märkte Darstellende Kunst, Film, Kunst und Musik rechnen, während sich die Teilmärkte Architektur, Presse und Software/Games krisenfester zeigen dürften. Insbesondere die Bereiche Video- und Audio-Streaming, Podcasts und die Computerspiele-Branche konnten durch die Corona-Krise sogar profitieren. 

 

Die Kurzfassung des Monitoringberichts zur Kultur- und Kreativwirtschaft 2020, inklusive näherer Betrachtungen zu den einzelnen Teilindustrien der Branche, steht hier als PDF zum Download bereit.