Studien zur Musikwirtschaft und Musiknutzung in Deutschland

Bruttowertschöpfung der Branchen steigt deutlich, wird durch Corona-Krise aber gebremst

 

In zwei Studien – „Musikwirtschaft in Deutschland“ und „Musiknutzung in Deutschland“ – haben sich Forscher*innen mit den Fragen auseinandergesetzt, welche volkswirtschaftliche Bedeutung einzelne Musikbranchen haben, wie sich die Corona-Pandemie auf diese auswirkt und wie sich die Musiknutzung aktuell und in Hinblick auf die Zukunft entwickelt. Durch die Studien liegen fundierte Zahlen für den musikwirtschaftlichen Gesamtmarkt vor, anhand derer sich bereits Effekte durch Corona erkennen lassen.

An dieser Stelle stellen wir eine kleine Auswahl interessanter Ergebnisse vor. Mehr Informationen zur Studie und weitere Ergebnisse gibt es hier.

Die Musikwirtschaft konnte ihren gesamtwirtschaftlichen Betrag von 2015 – hier gab es die letzte Studie – bis Ende 2019 deutlich erhöhen: Bei den Gesamterlösen gab es einen Umsatzanstieg von 18 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs der Bruttowertschöpfung von 29 Prozent auf etwa 5,2 Milliarden Euro. Auch die Anzahl der Erwerbstätigen in der Musikwirtschaft stieg deutlich – um etwa 25 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015.

Aufgrund der Corona-Krise und den damit einhergehenden Maßnahmen – Veranstaltungsverbote, Abstandsregeln – sind die Umsatzerwartungen in der Musikwirtschaft signifikant eingebrochen. Die Akteur*innen der Branche rechnen mit einem Umsatzrückgang von etwa 29 Prozent für das Jahr 2020. Die ursprünglichen Prognosen lagen etwa sieben Milliarden Euro höher.

Wie die Auswertungen der Studien zeigen, wird der erwartete Umsatzrückgang durch Corona bereits durch die Ergebnisse der „Studie zur Musiknutzung“ bestätigt: „Danach sind in Corona-Zeiten die monatlichen Ausgaben für Musik in nahezu allen Formaten stark eingebrochen. Lediglich die Ausgaben für Streaming zeigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Wachstum von 22 Prozent. […] Die Ausgaben für Konzerte sanken um 80 Prozent.“

Und wie sieht die Zukunft aus? Corona hinterlässt einen einschneidenden Effekt: Vor allem Branchen, die die verlorenen Umsätze nicht einfach nachholen können, sind besonders betroffen. Aber auch jene, die die negativen Effekte durch Auszahlungsrhythmen erst 2021 spüren – Autoren, Künstler, Musikverlage etc. – brauchen dringend Perspektiven.