Hängende Gärten

Eine Stadtkrone für Halle von Walter Gropius in virtueller Realität

Freitag, 20. September 2019 in Sachsen-Anhalt

Ein Team der Kunsthochschule Burg Giebichenstein hat Walter Gropius’ Entwürfe für die Stadtkrone in Halle mithilfe von VR-Technologie zum Leben erweckt. Die virtuelle und interaktive Ausstellung „Hängende Gärten – eine Stadtkrone für Halle“ ist bis zum 19. Januar 2020 im Volkspark Halle zu sehen.

1927 reichte kein geringerer als der große Bauhausmeister Walter Gropius seine Pläne für die sogenannte „Stadtkrone“ in Halle bei einem Wettbewerb ein. Der damals 44-jährige Begründer und Direktor der berühmten Designschule wollte am Ufer der Saale, auf dem Lehmannsfelsen, ein kulturelles Zentrum, bestehend aus einer Stadthalle für Konzerte, Museum, Sporthalle und einem Stadion für 30.000 Besucher, errichten lassen. Gropius stellte sich vor, dass die Bebauung mehrerer Ebenen des aufragenden Felsens in Kombination mit Bepflanzungen letztendlich den Eindruck hängender Gärten erzielte. Auf diese Weise sollte, dem Geiste des Bauhaus folgend, die Besonderheit der örtlichen Verhältnisse ganz besonders unterstrichen und hervorgehoben werden.

Weder Gropius’ Pläne noch die seiner Mitbewerber wurden je umgesetzt. Bebaut wurde der Lehmannsfelsen dennoch. Heute ist er ein beliebter Erholungsort, auf dem man wunderbar entspannen und den Blick auf die Saale genießen kann.

„Besser spät als nie“

Nun aber, pünktlich zum 100. Bauhausjubiläum, werden Gropius’ Entwürfe doch noch in die Realität umgesetzt – in die virtuelle allerdings. Ein Team von Studierenden und Mitarbeitern der Kunsthochschule Burg Giebichenstein hat der „Stadtkrone von besonderer Eigenart und Phantastik“ (Gropius) mehr als 90 Jahre nach dem eigentlichen Wettbewerb quasi digitales Leben eingehaucht. Unter der Leitung von Bernd Hanisch, Professor für Produkt- und VR-Design, und Dr. Christine Fuhrmann, der Projektkoordinatorin des Volksparks, wurde zunächst in mehreren Schritten die Topografie des Areals aufgebaut. Anschließend wurden die Originalskizzen des Meisters digitalisiert und interpretiert, um entsprechende 3D-Modelle entwickeln zu können. Die visualisierten Modelle wurden dann zu einer virtuellen, interaktiven Ausstellung zusammengesetzt. 

Seit dem 15. September können die Besucher im Volkspark Halle mittels VR-Brille Gropius’ Vorstellungen eines kulturellen Zentrums auf dem Lehmannsfelsen bei einem virtuellen Rundgang nachempfinden. „Hängende Gärten – eine Stadtkrone für Halle“ ist bis zum 19. Januar 2020 im Volkspark zu sehen. Geöffnet ist täglich – außer montags – von 14-19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Außerdem sind Führungen, Vorträge und Workshops geplant. Nähere Infos finden sich hier: http://www.stadtkrone-halle.de/#ausstellungen.

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