„Reformstadt der Moderne“

Ausstellung zum Aufbruch Magdeburgs in die Moderne nach dem Ersten Weltkrieg

Mittwoch, 13. März 2019 in Sachsen-Anhalt

Bunt gestaltete Hausfassade: Blitzlinien auf blauem Grund.

2019 jährt sich die Gründung des Bauhauses in Weimar zum 100. Mal. Aus diesem Anlass finden in ganz Deutschland Ausstellungen, Vorträge und andere Events zu diesem Thema und damit zusammenhängenden Komplexen statt. In Magdeburg zeigt eine Ausstellung die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts als „Reformstadt der Moderne“. Denn wie kaum eine zweite deutsche Großstadt steht Magdeburg für den Aufbruch in die Moderne nach dem Ersten Weltkrieg.

Zwar war die wirtschaftliche Lage der Stadt nach dem Krieg schwierig, aber der neu gewählte Oberbürgermeister Hermann Beims stellte die Stadtverwaltung neu auf und berief fortschrittlich denkendes Personal auf entscheidende Positionen. Konsequent auf Wachstum und in die Zukunft gerichtet, entwickelten der 1921 zum Stadtbaurat berufene Architekt Bruno Taut und seine Mitarbeiter Pläne und Visionen für Magdeburg. Der leitende Gedanke der Zeit war die Vision von Magdeburg als einer Art Hauptstadt Mitteldeutschlands. 

Die Ausstellung „Reformstadt der Moderne“ im Magdeburger Kulturhistorischen Museum widmet sich nun dieser Zeit von den 1920er-Jahren bis 1933. Noch bis zum 16. Juni werden dabei unterschiedliche Aspekte beleuchtet, denn Magdeburg in den 1920ern ist eben nicht nur die Stadt des Neuen Bauens. Natürlich entstanden große Siedlungen wie die Gartenstadt Reform oder die Hermann-Beims-Siedlung, aber die Stadtverwaltung leitete darüber hinaus auch in zahlreichen weiteren Bereichen des städtischen Lebens Neuerungen und Veränderungen ein.

Der Stadtschulrat Hans Löscher etwa machte Magdeburg zu einem Zentrum der Reformpädagogik. Weiterhin stand die medizinische Versorgung der Stadtbevölkerung auf der Agenda der Reformer. So wurden beispielsweise Reihenuntersuchungen für Schulkinder eingeführt und grundsätzlich das Gesundheits- und Versorgungswesen im großen Stil ausgebaut.

Zu guter Letzt errang Magdeburg mindestens deutschlandweit Aufmerksamkeit mit seinem neuen Ausstellungsgelände im Stadtpark Rotehorn, das mit der Deutschen Theater-Ausstellung 1927 eingeweiht wurde. Ein anderer Faktor waren die von Taut beauftragten und von seinem Mitarbeiter Carl Krayl entworfenen bunten Fassadenbemalungen, die mit dem vorherrschenden Einheitsgrau brachen. Diese Buntheit gefiel in ihrer Radikalität nicht jedem – der sowjetische Schriftsteller Ilja Ehrenburg schrieb über seinen Besuch in Magdeburg, man werde dort von „Blutsymphonien“ und „lila Rasereien“ attackiert –, wirkt aber gerade dadurch bis in die heutige Zeit nach.

Die Ausstellung schließt mit dem Ende von Moderne in Kunst und Kultur mit dem Beginn der NS-Diktatur in Deutschland. Sie ist bis zum 16. Juni unter dem Titel „Reformstadt der Moderne. Magdeburg in den Zwanzigern“ zu sehen.

(Bild Blitzfassade: Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH)

Informationen

„Reformstadt der Moderne“

Ort: Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Otto-von-Guericke Straße 68–73, 39104 Magdeburg

Öffnungszeiten: 
8. März bis 16. Juni 2019
Dienstag – Freitag: 10 bis 17 Uhr
Samstag & Sonntag: 10 bis 18 Uhr

Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro

Weitere Informationen auf der Webseite des Kulturhistorischen Museums Magdeburg.

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