Welttoilettentag – Eine Toilette verändert die Welt

Montag, 19. November 2018 in Sachsen-Anhalt

Mobile Toiletten (c) MoSan

Der Welttoilettentag am 19. November mag für europäische Gemüter etwas abstrus klingen – in Entwicklungsländern ist der Zugang zu Sanitäranlagen aber immer noch nicht ausreichend gewährleistet. Designerin Mona Mijthab und BESTFORM-Preisträgerin möchte genau hier Abhilfe schaffen.

Während in Deutschland saubere Sanitäranlagen ausreichend verfügbar sind, sieht es in dicht besiedelten Armutsvierteln und Katastrophengebieten vieler Entwicklungslänger etwas schwieriger aus. 2,5 Milliarden Menschen verfügen nicht über ausreichende Sanitäranlagen. Kein Strom oder fließendes Wasser, Gemeinschafts-Notdürfte für tausende Menschen: die Situation ist katastrophal. "Das Fehlen hygienischer Toiletten hat drastische Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen", sagt Mona Mijthab. "Die Notdurft wird ohne jegliche Privatsphäre verrichtet. Gewässer und Umwelt werden dadurch verunreinigt."

Mona Mijthab hat mit zusammen mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) das MoSan entwickelt. Die Idee für "Mobile Sanitation" kam der damaligen Magdeburger Studentin während eines fünfmonatigen Auslandspraktikums in Bangladesch bei der GIZ. MoSan ist eine kleine leichte Sitztoilette, die ohne Strom und Wasser auskommt. Aus den Exkrementen werden Rohstoffe wie Biogas, Kompostdünger und Feuerbriketts gewonnen, die der Bevölkerung zu Gute kommen.

„Unser System verbessert nicht nur die Hygiene, sondern verhilft vor allem Frauen und Kindern zu mehr Sicherheit, weil sie nachts für den Toilettengang nicht rausmüssen“, sagt Mijthab. „Außerdem schafft es Arbeitsplätze an den Einsatzorten und schont die Umwelt. Denn wenn die Nutzer statt Feuerholz Brennstoff und Biogas aus menschlichen Fäkalien verwenden, wird weniger Kohlenstoffdioxid freigesetzt und Abholzung vermieden.“

Beim Landeswettbewerb BESTFORM 2013 überzeugte Mona Mijthab die Jury und erhielt für ihre Toilette mit dem großen Hintergrund den ersten Preis in der Kategorie Produkt. Besonders gewürdigt wurde das schlichte ber funktionale Design und die Herangehensweise. Die Lösungen wurden in Gesprächen mit den Menschen vor Ort entwickelt, die so in den Entstehungsprozess mit einbezogen wurden. Um ein Produkt zu entwickeln, das den Bedürftigen in Entwicklungsländern wirklich etwas bringt. "Wer wirklich etwas verändern will, muss sich auf Augenhöhe derer begeben, für die das Produkt bestimmt ist", sagt die Designerin.

Weitere Informationen zu BESTFORM

Der „BESTFORM /// MEHR /// WERT AWARD für kreative Ideen“ ist ein Wettbewerb für die Kreativen des Landes. Er passt sich den Strömungen der Branche an und stellt in der aktuellen Runde vor allem die kreativen Leistungen in den Mittelpunkt. Diese können auch in Teams, die branchenübergreifend arbeiten, erbracht werden. Mit „BESTFORM“ möchte das Land Sachsen-Anhalt auf den wichtigen „Rohstoff“ Kreativität aufmerksam machen und die Branche fördern.

Bis zum 18. April 2019 können Beiträge, in denen eine kreative Leistung steckt, für den Landeswettbewerb eingereicht werden. Auf die Sieger warten Preisgelder in Höhe von insgesamt 35.000 Euro. 

Zum Wettbewerb BESTFORM

Weitere Informationen zu Mosan

Zur Facebook-Seite MoSan – Mobile Sanitation
Zur Website von Mosan

Kommentare

* = Pflichtfelder

Weitere Beiträge

Vorherigen Beitrag anzeigen Nächsten Beitrag anzeigen