Internationales Stipendium in Indien

Samstag, 24. November 2018 in Sachsen-Anhalt

Alltagstransport (c) Foto: Rekha Vijayashankar

Die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und die Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale) vergeben ein internationales Arbeitsstipendium in Indien. Interessierte sind am 18. Dezember zu einem Gespräch eingeladen. 

Zum ersten Mal vergibt die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt in Kooperation mit den Franckeschen Stiftungen in Halle und dem Ziegenbalghaus Tharangambadi ein internationales Arbeitsstipendium nach Indien. 

Manon Bursian, Direktorin der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt über das Stipendium: „Im atemberaubenden Tempo entstand in Indien während der letzten beiden Jahrzehnte eine neue Struktur der zeitgenössischen Kunst aus Galerien, Stiftungen, Privatmuseen und Künstler-Gemeinschaften oder -Dörfern. Hauptaugenmerk dieses Stipendiums liegt auf dem Aufenthalt im ländlichen Raum von Tharangambadi und dem Einblick in die südindische Kunstszene in eine Künstler-Gemeinschaft in der tamilischen Landeshauptstadt Chennai. Der Kontrast zwischen dem ländlichen und urbanen Raum sowie das Verhältnis von Tradition und Umbruch bietet großen künstlerischen Stoff.“

Verbindendes Element zwischen den Kooperationspartnern ist Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1719). Dieser hatte als Student August Herman Franckes Bildungsreformen am Halleschen Waisenhaus kennen gelernt. In Indien gründete er nach dem Halleschen Vorbild Schulen für Mädchen und Jungen. Ziegenbalg gilt mit seiner detaillierten Erforschung der tamilischen Sprache noch heute als Kulturvermittler und Initiator eines interkulturellen Dialogs. Seine Erkenntnisse dokumentierte er detailreich in Form von Briefen, Palmblättern und Sammlungsobjekten, wovon heute ein Teil dieser Originaldokumente in den Archiven der Franckeschen Stiftungen zu Halle erhalten und systematisch verfügbar gemacht wurden. In dem originalen Wohnhaus Ziegenbalgs ist in Tharangambadi ein Museum für den interkulturellen Dialog zwischen Indien und Europa entstanden, welches seit dem 15. Juli 2017 für eine breite Besucherschaft geöffnet ist.

Weitere Informationen zum Stipendium

Interessierte an dieser Ausschreibung sind am 18. Dezember um 14:00 Uhr in die Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen zu einem Gespräch eingeladen. 
Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Manon Bursian und Jasmin Eppert (live aus Indien dazu geschaltet) werden gemeinsam in das Stipendiatenprogramm und den Ort einführen.

Aufgerufen sind insbesondere KünstlerInnen, die sich für Tradition und Moderne Indiens interessieren und ihre Kenntnisse über die v.a. südindische Kunst sowie über Trends in der zeitgenössischen Kunst erweitern möchten. Der Aufenthalt soll Anreiz und Inspiration sein und die Möglichkeit bieten, neue Ideen zu erarbeiten, Kontakte zu knüpfen und ein Projekt zu realisieren.

Bewerben können sich Künstler und Künstlerinnen aller Sparten, die ihren Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt haben und ausgewiesene künstlerische Erfahrung besitzen.
Bewerbungen können bis zum 20. Januar 2019 (Poststempel) eingereicht werden.

Zur Website mit weiteren Informationen

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