Universitätsmedizin Halle nimmt erste Hürde im „WIR“-Programm des BMBF

Montag, 29. Januar 2018 in Sachsen-Anhalt

Ein Bündnis aus der Universitätsmedizin Halle (Saale), dem Institut für Informatik der Martin-Luther-Universität, dem Verein der Kreativwirtschaft Sachsen-Anhalt und der Univations GmbH erhält Mittel aus dem Programm WIR! des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Bewerbungsphase stehen nun rund 200.000 Euro für die Konzeptphase zur Verfügung.

Das Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ des BMBF soll einen innovationsbasierten Strukturwandel in den ostdeutschen Bundesländern vorantreiben, unter anderem im Gesundheitswesen.

„13 Projekte hatten sich alleine aus Sachsen-Anhalt mit Projektskizzen beworben. Zwei davon wurden ausgewählt. Und eins ist unseres“, sagt Dr. Patrick Jahn, Leiter der Stabsstelle Pflegeforschung der Universitätsmedizin. Es seien insgesamt 32 Projekte für die Förderphase ausgewählt worden. Bis Ende Oktober müsse nun ein überzeugendes Konzept für die zweite Förderphase erarbeitet werden. In dieser zweiten Phase werden nur noch bis zu zwölf Projekte unterstützt, so das BMBF. „Dann winken aber für die auf bis zu fünf Jahre angelegte Umsetzungsphase zwischen acht und zwölf Millionen Euro pro Projekt“, sagt Jahn.

Dafür müsse man nun unter anderem eine Marktstudie sowie eine sogenannte Umwelterkundung betreiben und es werde Beteiligungsworkshops für alle Bündnispartner geben. Neben den genannten Partnern beteiligen sich ehr als 30 regionale Unternehmen aus IT, Wohnungswirtschaft und Gesundheitsversorgung. Die größte Herausforderung sei es, gemeinsam mit dem breiten Bündnis eine Struktur zu finden, welche das immense Potenzial nachhaltig heben könne, so Jahn. „Unser Ziel ist es, uns als ‚Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung‘ mit dem Schwerpunkt Pflege zu positionieren. Das heißt, zu zeigen, wie die Themen Gesundheitsversorgung und Digitalisierung in innovative praktische Anwendungen übersetzt werden können“, führt Jahn weiter aus. Damit könnten neue wirtschaftliche Impulse für die Region entstehen und Versorgungsfragen der Zukunft gelöst werden.

Auch der Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität, Prof. Dr. Michael Gekle, freut sich über den Erfolg. „Das stärkt ein weiteres Mal den Forschungsschwerpunkt Epidemiologie und Pflegeforschung der Universitätsmedizin Halle.“. Man erhoffe sich auch viel Unterstützung von Seiten des Landes Sachsen-Anhalt, denn „das Projekt käme schließlich einerseits unmittelbar unseren strukturschwachen Regionen zugute, aber dient andererseits dann auch als wertvoller Ideengeber für andere Regionen“, so der Dekan weiter.

In einer mit rund 150 Millionen Euro ausgestatteten Pilotphase bezieht sich das Programm „WIR!“ bis zum Ende der Solidarpakt-II-Förderung 2019 noch auf Ostdeutschland und fördert die Entwicklung umfassender regionaler Innovationskonzepte und Bündnisse in ausgewählten Projekten. Spätestens ab 2020 sollen dann auch strukturschwache Regionen in Westdeutschland in das Förderkonzept einbezogen werden.

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