Beim Netzwerken geht es in Halle um die Wurst

Start-Up-Unternehmen testet sein Ticket-Service-Angebot mit Grill-Aktionen

Donnerstag, 24. September 2015 in Sachsen-Anhalt by KWST

Bratwurst und Networking: Ein hallesches Start-Up-Unternehmen zeigt, wie einfach Netzwerk-Arbeit sein kann. Um das neue Ticket-System zu testen, hatte „cocase“ im März zum Grillen auf der Terrasse des Multimediazentrums (MMZ) eingeladen. Wer sich online ein Ticket organisiert hatte, war willkommen und konnte mit Grillgut in der Hand über Projekte plaudern. Im September wurden System-Neuerungen wieder live getestet. Der bundesweite Tag der Kultur- und Kreativwirtschaft war ein perfekter Termin für die Neuauflage von „Bratwurst und Networking“, meint Sebastian Pahlke, Gesellschafter der „cocase GbR“.

von Manuela Bock

Was für ein Unternehmen ist cocase?
Sebastian Pahlke:
Cocase gibt es seit etwa anderthalb Jahren. Wir haben zwei Haupt-Geschäftsfelder. Eins ist die E-Mail-Bearbeitung. Wir bieten einen Service an, der Unternehmen hilft, die Mail-Flut zu bewältigen und damit den Verwaltungsaufwand zu minimieren. Das zweite Standbein ist unser Ticket-Service „tivents“, der Veranstaltern die Planung erleichtert.

Wieviel kreative Arbeit fließt in Ihr Unternehmen?
Kreativität ist bei uns das A und O. Wir verbieten uns keinen Gedanken. Auch, wenn viele Ideen am Ende wieder verworfen werden, weil sie nicht umsetzbar oder lukrativ sind. Unser E-Mail-Service beispielsweise ist eine Idee, die es international in dieser Form noch nicht gegeben hat, und sie ist durch viel Brainstorming entstanden. Unser vierköpfiges Gründungsteam ist ein heterogener Haufen. Das klingt erstmal schwierig, ist aber perfekt. Bei uns entstehen unheimlich viele unterschiedliche Ideen. Jede Erweiterung eines Produktes ist bei uns bisher, wenn nicht direkt auf Kundennachfrage, immer durch gemeinsames Denken entstanden. Oft außerhalb des Büros und meist dann, wenn wir eigentlich nicht arbeiten, sondern mit Ideen jonglieren.

Wie vernetzen Sie sich mit Unternehmen anderer Wirtschaftszweige und mit der eigenen Branche?
Wir setzen auf den persönlichen Kontakt, besuchen viele Veranstaltungen und reden mit den Leuten. Gerade als Start-Up ist es uns wichtig, die Leute direkt kennenzulernen. Wenn ich jemanden anrufe und von unseren Ideen erzähle, ist das einfach zu komplex. Wenn man sich aber persönlich kennenlernt und locker erzählt, was man so macht, hat das Ganze nicht mehr den Charakter eines Verkaufsgespräches. Wenn der Bedarf dann wirklich besteht, erinnern sich die Leute daran, dass „cocase“ so etwas macht und rufen im besten Falle an. So haben wir bisher alle unsere Aufträge generiert.

Und wie passen nun Bratwurst und Networking zusammen?
Hier in Halle passt das gut zusammen, die Aktion hat sich herumgesprochen. Für Networking braucht man Leute, die kommen. Und wenn es leckere Bratwürste gibt, kommen die Leute gern. So einfach ist das. Unsere erste Aktion haben wir im März gestartet, wir wollten unser Ticket-Service-Center in der Praxis testen und dachten, wir verbinden das mit einem Bratwurst-Essen. Das lief super. Es waren 60 Leute auf der Terrasse.

Wie funktioniert denn Ihr Ticket-Service?
Der Service kann immer dann zum Einsatz kommen, wenn man für eine Veranstaltung eine Planungssicherheit haben möchte und die Anmeldung online laufen lassen kann. Das führt dann über individuelle Anmeldemasken, und wir können auch die Zahlungsabwicklung übernehmen. Der Veranstalter erhält auf Wunsch eine permanente Anmeldeübersicht und erkennt, wen er vielleicht doch noch mal an den Termin erinnern muss. Die Meldelisten selbst können ganz einfach mit unserer tivents-Check-in-App gebündelt werden. Dann geht man mit einem Scanner oder Smartphone über die Tickets, die einen Code enthalten. Einmal darüber scannen – und zack, stehen Infos auf dem Display, wie die Bändchen-Kategorie oder ob noch ein Ermäßigungsnachweis vorgelegt werden muss.

Wer möchte, kann auch die Auswertung über das System laufen lassen. Die führt über die einfache Abfrage, wer alles anwesend war bis hin zu Nachfragen, wie es den Teilnehmern gefallen hat. Es ist also vieles möglich. Genauso lief es bei der Bratwurst-Aktion. Wir haben Einladungen verschickt und den Termin über den Buschfunk laufen lassen. Jeder der sich online angemeldet hatte, bekam das Ticket per Mail zugeschickt, konnte es sich ausdrucken oder per Handy vorzeigen.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee des Ticket-Service gekommen?
Wir hatten von einer Veranstalterin gehört, die in einem sehr kleinen Rahmen Whisky-Verkostungen anbietet. Wer dort mitmachen wollte, musste sich einige Monate vorher per E-Mail anmelden, die sie wiederum beantworten musste. Irgendwann war Anmeldeschluss. Zum Termin selbst kommen aber aus den verschiedensten Gründen doch nicht alle, die zugesagt hatten. Das ist ein nicht kalkulierbares geschäftliches Risiko, weil ja auch Kosten entstehen. Und die Geschäftsfrau steht mit diesem Problem nicht allein da. Wir haben gedacht: Dafür müssen wir uns etwas überlegen und kamen auf das Ticket-System, dessen Anfänge wir schon für einen anderen Kunden entwickelt hatten.

So ging es los. Das spricht sich derzeit herum, der Bedarf ist da. Ganz aktuell haben wir für den hiesigen Eishockey-Verein „Saale Bulls“ das komplette Ticket-Management übernommen. Das freut uns natürlich sehr. Momentan läuft auch unser Mail-Service richtig gut. Ich denke, diese Tendenz wird so bleiben, weil sich Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und nicht tausende Mails beantworten möchten.

 

Kontakt:

Sebastian Pahlke
Geschäftsführung, cocase GbR

Telefon: +49 (0) 345 / 133 762 01
E-Mail: contact@cocase.eu
Internet: http://www.cocase.eu

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