Der gesamte Markt ist in Bewegung

BESTFORM-Preisträger Hannes Wilke punktet mit der Kombination Design/Medizin

Beim Landeswettbewerb BESTFORM wurde im vergangenen Jahr dasProjekt „next“ von Hannes Wilke als „Vision des Jahres“ ausgezeichnet. Der Student vom Fachbereich Design der Hochschule Anhalt am Standort Dessau-Roßlau erhielt für seine Vorstellung von einer Informationsquelle für Krankenhaus-Patienten ein Preisgeld und viel Aufmerksamkeit. Bei den ersten Schritten auf dem Weg zu nächsten BESTFORM-Runde fragten wir nach, wie es mit „next“ weitergegangen ist.

Ihr Projekt „Next“ hat bei der Wettbewerbsrunde 2017 für viel positive Aufmerksamkeit gesorgt. Ging das so weiter?

Hannes Wilke: In der Tat gab es unheimlich viel positives Feedback. Dies ging auch so weiter und das Projekt wurde beim „iF-Design-Talent-Award“ ausgezeichnet sowie beim „Future Award“des „Deutschen Verbandes für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e. V. – dvpt“ nominiert. Bei der „dvpt“-Konferenz in der Nähe Frankfurts konnte ich mein Projekt auch einen Tag ausstellen und einem überaus interessierten Fachpublikum näher bringen. Hierbei ergaben sich unter anderem Kontakte zu Start-Ups im Digital-Healthcare-Sektor sowie zur Betriebskrankenkasse Berlin. Außerdem wurde der Mitteldeutsche Rundfunk dank der Auszeichnung beim BESTFORM-Award auf mich und mein Projekt aufmerksam und produzierte eine gelungene Online-Reportage.

Welche Rückmeldungen kamen zum Film, der dabei entstanden ist?

Die Rückmeldungen zur Reportage waren durchweg positiv und aufgrund der Reichweite des mdr sowie der Diversität seiner Zuschauer erhielt ich Feedback aus unterschiedlichsten Richtungen. Beispielsweise schrieb mich am Tag der Veröffentlichung eine chronisch kranke Frau auf Facebook an, die mit Krankenhausaufenthalten vertraut ist. Sie lobte das Konzept und teilte mir zusätzlich noch ihre Ideen zur Verbesserung mit, was zu einem anregenden Gespräch führte. Außerdem schrieb mich eine der führenden Designagenturen im Bereich Connected-Health an und lud mich nach Stockholm ein, um über die Zukunft zu reden. 

Wie waren die Reaktionen in Schweden?

Ich präsentierte das Projekt vor einigen Mitarbeitern der Agentur und erhielt sehr positives Feedback nicht nur zur Ganzheitlichkeit des Konzeptes, sondern auch zum Detailgrad der Ausarbeitung. Sie lobten unter anderem, dass so viele Stakeholder bedacht wurden und mit geringstem Aufwand eine enorme Win-win-Situation entsteht. Ebenfalls fiel sehr positiv auf, dass bei meiner Gestaltung der Mensch im Fokus steht. Insgesamt gab es sehr große Schnittmengen mit deren Arbeitsweise, und wir werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben. Für mich persönlich war es eine tolle Erfahrung, das Projekt einem so professionellen, internationalen Team zu präsentieren.

Wie geht es jetzt weiter mit „next“ und mit Ihnen als Kreativschaffendem?

Ich habe das letzte halbe Jahr genutzt, um ein Praktikum in der User-Interface/User-Experience Designabteilung bei einem der weltweit führenden Medizinproduktehersteller zu machen. Dabei habe ich nicht nur sehr viel über Design, sondern auch über die Prozesse und Entwicklungen dieses Marktes gelernt. Zudem habe ich gemerkt, wie unheimlich gefragt und rar die Kombination Design-Medizin im Moment ist. Der gesamte Markt ist in Bewegung und hat den positiven Einfluss guten Designs auf ein Medizinprodukt erkannt. Damit stehen auch mir momentan sehr viele Türen offen. Ich bin dankbar für all die Möglichkeiten und freue mich diese künftig nutzen zu können, um das Gesundheitswesen ein Stück besser zu machen.

Für die nahe Zukunft steht allerdings erstmal die Bachelor-Thesis auf dem Plan, welche ich ab Oktober schreiben werde. Selbstverständlich ziehe ich hierfür als Thema in Betracht „next“ auf Grundlage meiner neuen Erfahrungen und Kontakte weiterzuentwickeln. Wobei ich auch noch einige andere sehr spannende und aktuelle Themen in der Schublade habe, die ich gern bearbeiten würde – natürlich alle im Spannungsfeld von Design und Medizin.