Tanz- und Sportrollator – Bewegung für mehr Gangstabilität und Wohlbefinden

Prof. Dr. Anita Hökelmann, Martin Wiesner, Marcel Partie, Paul Blaschke

Das Projekt Sport- und Tanzrollator beschäftigt sich mit dem gesellschaftlichen Ziel, den Abbauprozess des Alterns bis zur Hilfsbedürftigkeit möglichst lange aufzuhalten. Es ist somit kein klassisches Designprojekt, da nicht die formale Gestaltung des Produkts im Vordergrund steht, sondern die Möglichkeit eine Aktivität zu ermöglichen die Wohlbefinden erzeugt und die physische und kognitive Leistung von Senioren verbessert. Eine wichtige Rolle für den Erhalt von Lebensqualität ist dabei die Mobilität im Alter, welche die Selbstständigkeit und Teilnahme am sozialen Umfeld ermöglicht. Prophylaktische und therapeutische Maßnahmen mittels Bewegung können dabei den gleichen Stellenwert wie eine medikamentöse Behandlung einnehmen.

Besonders positive Ergebnisse bzgl. Gangstabilität und Erhalt der geistigen Flexibilität, konnten bereits durch ein Tanztraining bei Senioren nachgewiesen werden. Um auch den mobileingeschränkten Menschen (bspw. Rollatornutzern) komplexe und uneingeschränkte Bewegungsfreiheit in aufrechter Position zu ermöglichen, wurde der Sport- und Tanzrollator entwickelt. Dabei wurde besonders auf das Gebrauchsverhalten, unter Berücksichtigung der physikalischen und kognitiven Gegebenheiten der Nutzer eingegangen. Das Gerät soll in der Rehabilitation genutzt werden können, als auch in der Demenz-Prävention bzw. Demenzbehandlung Anwendung finden. Bei ersten Trainingsdurchführungen mit Funktionsprototypen, konnten bereits neben der Verbesserung der Gangstabilität auch positive Auswirkungen auf die mentale Verfassung der Nutzer festgestellt werden.

Die Kombination von Musik und Bewegung in Gruppen erzeugt positive emotionale Erlebnisse und eine enorm motivierende Wirkung. Die verbesserte emotionale und motorische Stabilität stellt auch einen Mehrwert für bspw. Angehörige und Pflegepersonal, indem sich eine Entlastung bzw. Steigerung der Pflegequalität ergibt. Besonders für Pflegeeinrichtungen stellt dies einen wirtschaftlichen Kaufanreiz dar.

Weiterhin arbeiten in einem von EFRE Sachsen-Anhalt geförderten Projekt, die Firmen: Vorrichtungsbau Giggel GmbH, idm Magdeburg, das Deutsche Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zusammen mit der Universität Magdeburg, an dem Sport- und Tanzrollator mit dem speziellen Fokus auf Demenzpatienten. Schwerpunkt ist dabei, durch zusätzlich implementierte Reizsignalgeber (Licht- und Vibration) den Demenzpatienten ein mehrdimensionales, kognitiv stimulierendes Tanztraining zu ermöglichen.