Aus- & Weiterbildung

Der Markt der darstellenden Künste bietet zahlreiche Möglichkeiten sich im Beruf mit Literatur, Tanz und Spiel auseinanderzusetzen oder „hinter den Kulissen“ im Dienste der Künste zu arbeiten. Neben den Arbeitnehmern der staatlichen Theater und Kulturunterrichtsstätten sind viele Kulturschaffende selbstständig tätig. Um die künstlerische Berufung zum Beruf zu machen, gibt es verschiedenste Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten für Darsteller und andere Kulturschaffende.

Kreative Studiengänge der Branche

Zahlreiche Akteure des Marktes für darstellende Künste werden durch gezielte Studiengänge ausgebildet. In ganz Deutschland gibt es Hochschulen, an denen Schauspieler, Tänzer, Regisseure, Kostümbildner und Dramaturgen vor allem praxisnah auf ihre künstlerische Laufbahn vorbereitet werden. Einen Überblick zur künstlerischen Hochschullage des Landes gewährt die Hochschuldatenbank Studis Online. Mit Theaterwissenschaft existiert außerdem ein Fachbereich, der sich wissenschaftlich mit dem Theater im weiteren Sinne beschäftigt und beispielsweise an der Universität Leipzig beforscht werden kann.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt verfügt mit der Studienmöglichkeit Sprechwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg über ein deutschlandweit einzigartiges Bachelor-Master-System, dass die Bereiche sprechsprachliche Kommunikation, Phonetik, Sprechkunst, Rhetorik sowie Stimm- und Sprachheilkunde umfasst. Die Ausbildung bringt unter anderem Sprecherzieher und Schauspieler hervor, die durch die enge Anbindung an die Ausbildungsstadt zum großen Teil die Freie Theaterszene Halles mitgestalten.

Ausbildungsberufe für den Markt für darstellende Künste 

Für die Arbeit vor und hinter den Kulissen, können für einige Berufszweige auch klassische Ausbildungen nach dem dualen Prinzip abgeschlossen werden. Das gilt beispielsweise für die Bereiche Bühnenmalerei und Bühnenplastik sowie für die Ausbildungen zum Dekorateur, Maskenbilder und Lehrer für Tanz und tänzerische Gymnastik. Für den Berufswunsch Artist oder Bühnentänzer existiert an der Staatlichen Ballettschule Berlin sogar eine spezielle 3-jährige gymnasiale Oberstufe, in der Schüler gleichzeitig mit der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) ihren Berufsabschluss als staatlich geprüfter Tänzer erhalten können.

In viele Berufsbilder, wie Requisiteur, Souffleuse, Inspizient, Garderobiere, und Beleuchter, gelingt der Einstieg jedoch nicht durch ein bestimmtes Ausbildungsverfahren, sondern durch Grundlagen artverwandter Berufe und eingehende Learning-by-doing-Phasen am Theater oder Set. Auch der Berufseinstieg als Theaterpädagoge ist nicht einheitlich geregelt, sondern kann durch ein Studium, mehrjährige Fortbildungen oder eine spezielle Ausbildung möglich werden. 

Weiterbildung 

Um berufliche Herausforderungen erfolgreich zu meistern, muss das praktische Wissen ein ganzes Berufsleben lang aktualisiert werden. Und auch Quereinsteiger können durch Weiterbildung ihren Platz auf dem Markt der darstellenden Künste finden. Einige Verbände und Akademien auf Landes- und Bundesebene bieten deshalb zu vielen branchenrelevanten Themen praxisorientierte Seminarprogramme an.

Sachsen-Anhalt

Erster Ansprechpartner für Theater- und Tanzweiterbildungen in Sachsen-Anhalt ist das Landeszentrum „Spiel und Theater“ e. V. Hier werden regelmäßig spiel- und theaterpädagogische Seminare angeboten. Außerdem kooperiert der Verein mit anderen Verbänden und unterstützt auch bundesweite Veranstaltungen, unter anderem mit dem Bundesverband Theaterpädagogik e. V.

Deutschland

Ein wichtiger Veranstalter von Weiterbildungsangeboten der Branche ist auch die Europäische Medien- und Event-Akademie in Baden-Baden. Hier werden vor allem für Quereinsteiger, die bereits Erfahrung in der künstlerischen Praxis gesammelt haben, Weiterbildungen angeboten, die das in der Praxis erworbene Wissen ergänzen – zum Beispiel zur Produktionsleitung für freie Theater und Kulturprojekte.

Gründerweiterbildung
Aber auch Weiterbildungen zur wirtschaftlichen Aufstellung eines Unternehmens sind für die freiberuflich arbeitenden Akteure des Marktes wichtig. Der Bund und das Land Sachsen-Anhalt verfügen über einige Anlaufstellen, an die sich (angehende) selbstständige Künstler, Ensembles, Veranstalter und andere wenden können. Dort werden sie individuell beraten und können sich gerade hinsichtlich betriebswirtschaftlicher Fragen weiterbilden. 

Fundierte Basics zur kreativen Unternehmungsgründung stellt die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung Selbstständigen und Gründern beispielsweise in der Broschüre Alles, nur kein Unternehmer zur Verfügung.

Weitere Links

BMWi-Existenzgründungsportal
Förderdatenbank des Bundes
Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft